Alles anders (16) -Konsum und so…

Mein Konsumverhalten hat sich über Jahre verändert. Corona hat das ganze jetzt einfach nur noch beschleunigt. Der stationäre Einzelhandel leidet. Ich auch, schon seit vielen Jahrzehnten.

Meine Eltern hatten ein Einzelhandelsgeschäft, so richtig mit Ladentheke und man wurde bedient. Wie hat sich mein Vater immer geärgert, wenn die Kunden sich beraten lassen haben und dann bei Tchibo oder Kaufhof, das ganze geringfügig günstiger gekauft haben. Besonders erfreulich war das ganze dann noch, wenn man mit den Reparaturen zu uns kam.

Beraten werde ich schon seit Jahren im Einzelhandel nicht mehr. Ich suche mir die Kleidung in meiner Größe heraus, probiere Schule selbständig ohne Beratung an und klar an der Kasse buche ich meine Artikel ja jetzt auch selbständig ein und bezahlen.

Also wozu soll ich noch in Läden einkaufen. In die Stadt fahren (mit dem Fahrrad – Abstellplätze für Räder nö- das Parkhaus ist exklusiv für Autos, Maske im ÖPNV na ja so richtig Ernst nimmt man das nicht). und dann von einem Laden zu anderen pilgern, weil ich ja gar nicht weiß, was im Sortiment ist, genervt irgendwann aufgeben und müde gelaufen wieder nach Hause gehen?

Ich bin drüber weg. Ich kaufe online. Nein die Arbeitsbedingungen sind nicht gut bei den Paketzustellern, aber auch der Verdienst und Arbeitsbedingungen bei den Verkäufer*innen sind schlecht. Ja die Innenstädte veröden, aber ehrlich ich mochte Konsummeilen mit Massenauflauf nie. Wenn euch das gefällt, dann müsst ihr das jetzt retten. Ich bin da raus.

In der ersten Phase der Coronaepedemie im März/April sind bei mir da endgültig die Schranken gefallen. Viele Geschäfte waren ohnehin zu und man konnte außer Lebensmittel und Medikamente kaum direkt vor Ort kaufen. Klar die Logisitikzentren verschönern die Industriegebiete nicht und über die Umweltbilanz beim individuellen beliefern mache ich mir meine Gedanken. Das ist gut, denn ich dadurch kaufe ich an sich weniger. Als Familie konsumiert man, klar, Kinderfüsse wachsen und es geht auch mal etwas kaputt, aber ehrlich ich konsumiere sei Corona weniger und es fehlt mir nichts. Geld übrig hat man in der Regel ohnehin nicht- als wir zumindest- der Öffentliche Dienst lässt einen wirklich nicht in Saus und Braus leben. Ich rette die Wirtschaft also nicht, sorry.

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