Alles anders (15)

(Kalenderwoche 26: 22.06-28.6) Präsenzschule – die erste Woche seit dem 15. März. Das Tochterkind hat in den nächsten 6  Wochen bis zu den Sommerferien 5 Präsenztage.
Sie war aufgeregt. Wir großen eher gestresst. Denn wir sind„gezügelt“ (umgezogen), jedenfalls so ein bisschen. Für eine Woche leben wir wieder in der Stadtwohnung, die nach 4 Monaten ordentlich eingestaubt war.

Sie freut sich sogar auf die Schule, weil sie endlich alle aus der Klasse wieder sieht. Die Klasse verteilt sich auf 3 Räume, jeweils bis zu 10 Kinder sitzen in einem Raum und die Lehrerin/der Lehrer pendelt von einem Raum zum anderen. Auf dem Schulhof wird die Abstandsregel (1,50) von den Lehrern kontrolliert. Das ist alles sinnvoll, aber sehr absurd, denn woanders pfeift man auf diese Regeln. Auch der neue Schulleiter hat die Kinder begrüßt. Alle sind gerührt, alles ist sehr kompliziert. Sie hat endlich ihr soziales Netz wieder, selbst das Blockflöten und das Blockflötensemble zwischen Plexiglaswänden stärkt sie und bringt sie zurück in ihren Alltag. Heute findet der zweite Unterrichtstag statt. Nächste Woche ist dann wieder Homeschooling angesagt.

Wir Großen freuen uns weniger auf das Homeschooling, dafür mehr auf das Landhäuschen. Die Stadt kommt mir übervoll vor. Die Fahrt zu Arbeit mit den Rad ist der tägliche Straßenkampf. Dass diese Woche noch mein HomeOffice Rechne keine Lust auf seine VPN-Einwahl verschafft hat, hat diese Woche auch nicht bessergemacht. Ich bin also 2 Mal in dieser Woche im Büro. Klar, wir großen haben uns. Ich kaufe (nicht viel) online, gehe auf virtuelle Veranstaltungen und fühle mich nicht wirklich einsam – meine Erwachsenenwelt ist ganz ok. Ihre fehlen die anderen Kindern, das selbständige machen können, ich glaube jetzt sind Geschwisterkinder ein echtes Plus. Ich hätte mir das sehr gewünscht, aber jetzt ist es so wie es ist und so ist es gut.

Mit meiner heutigen Erfahrung gäbe es die Stadtwohnung nicht. Die Kombination aus HomeOffice, Teilzeit, Elternzeit hätte uns ein Leben auf dem Land ermöglicht. Der Arbeitgeber war vor 12 Jahren leider noch nicht so weit. Schon die Eltern- und Teilzeit des Lieblingskochs war damals kurz vor Sensation. Durch Corona konnte er plötzlich auch HomeOffice machen. Mit unserem versetzten Arbeitsmodell verteilt auf 4 Tage ist ein Familienleben und ein Arbeitgeber in der Stadt möglich .Das Tochterkind ist mittlerweile in der Stadt sozialisiert und ein kompletter Umzug aufs Land würde sie sehr Übel nehmen und wäre wohl wirklich ihr gegenüber unfair. So ist das mit dem Leben.

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